Taffe Berufstätige

Taffe Berufstätige

2017-11-10 FRAU 2.0. 0

Hast du sie wiedererkannt, die taffe Berufstätige, die konsequent jeden Tag ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen erledigt hat, mal mehr mal weniger begeistert, weil sie nämlich manchmal viel lieber im Bett liegen geblieben wäre, oder vlt mehr Zeit für die Familie gehabt hätte?

 

Ist es wirklich eine Stärke, auch dann noch zur Arbeit zu gehen, wenn du nicht so begeistert bist?

JEIN!

 

Ich wage zu behaupten, kein Mensch geht jeden Tag mit gleicher Freude zur Arbeit.

Wenn dir aber dein Job so wenig Freude bereitet, dass du überdurchschnittlich viel Zeit mit Krankheiten verbringst und dich auch an gesunden Tagen nur mit Widerwillen zur Arbeit quälst … dann ist es wohl höchste Zeit, darüber nachzudenken, ob du noch am richtigen Platz bist. Natürlich wird kaum Jemand kurz vor der Pensionierung den Job kündigen. Ab einem gewissen Alter ist ein Jobwechsel schier unmöglich.

Je nachdem, wie viele Jahre du noch zu arbeiten hast, kannst du versuchen, einfach einen Gang zurück zu schalten, langsamer zu sein. Oft wird das im Kollegium lieber akzeptiert, als wenn man ständig krank ist, denn da weiß man, wann man mit dir rechnen kann und wann nicht – ich kann das auch aus Sichter des Arbeitgebers gut verstehen.

Aber villeicht ist das ja gar nicht möglich, oder auch gar nicht nötig. Du kannst vielleicht auch anfangen, freundlich und konsequent, am besten unter Aufbringung all deines Charmes konsequent deine KollegInnen darum zu bitten, dir zu helfen.

Wenn möglich ist es auch sinnvoll, mehr und mehr Arbeiten zu delegieren.

Eine Bekannte hat kurz vor ihrer Pensionierung noch mal versucht, alles an sich zu reißen, denn sie wollte auf jeden Fall allen positiv in Erinnerung bleiben als eine Person, die bis zum letzten Tag in jeder Minute ihr Ganzes und noch viel mehr gegeben hat. 2 Wochen nach ihrer Pesionierung hatte sie einen Schlaganfall, und ein Jahr später ist sie gestorben.

Ihre Kolleginnen haben am Begräbnis den Kopf geschüttelt und gemeint, sie hätte viel zu wenig auf sich selbst geachtet in ihrem Leben.

Streberinnen sind unbeliebt. Frauen, die immer alles richtig und noch richtiger machen, haben keine echten Freundinnen und Freunde im Job.

Wenn du nicht willst, dass man vor Freude tanzt auf den Tischen wenn du gehst, dann schalte einen Gang zurück und gib den anderen eine Chance, besser als du zu werden.

Ich würde diesen Ratschlag nie jungen Berufseinsteigerinnen oder Frauen mittleren Altes geben. Aber ich richte mich hier ganz klar an Frauen kurz vor dem Ruhestand. He, wenn du es bis jetzt noch nicht gezeigt hast, was in dir steckt, dann braucht es jetzt auch niemand mehr zu wissen. Konzentriere deine Energie viel mehr auf das, was du die nächsten 50 Jahre tun willst. Damit meine ich nicht, dass du deinen Job vernachlässigen sollst. Aber du musst ihn nicht mehr neu erfinden.

GUT ist gut genug.

Es gibt ein Leben nach dem Job. Und damit du dich nicht davor fürchtest, oder dir gar jetzt schon Berge von Arbeit für die „Zeit danach“ aufhebst, gehört der Übergang sinnvoll geplant. Auch damit werden wir uns in einer Zeit beschäftigen …

 

Die fünfte Weisheit:

FRAU 2.0. schaltet zurück und denkt sich immer öfter: „Nicht mehr mein Zirkus! Nicht mehr meine Affen!“