Ja, tanzen möcht ich …

Ja, tanzen möcht ich …

2018-01-03 TANZEN MÖCHT ICH ... 0

… nur leider habe ich es nie gelernt.

Und jetzt plage ich mich mühselig bei jedem Schritt. Wieso haben manche Leute das einfach im Blut, und ich habe scheinbar beim Tanzen Bleifüße. Könnte das nicht ein bisschen gerechter verteilt sein?!

Außerdem muss ich meistens alleine üben. Dann steh ich da mit der Anleitung in der Hand und gebe mein Bestes.
Und wenn ich dann meine Schritte kann, will ich die Männerschritte auch verstehen, dazu nehme ich meine Walkingstöcke anstatt einem Tanzpartner. Funktioniert überraschend gut. Die tun immer was ich will 🙂 Leider ist das halt nicht immer das Richtige.
Manchmal könnte ich wirklich verzweifeln. Aber aufgeben will ich auch nicht. So viele Leute können tanzen, dann muss das doch für mich auch erlernbar sein. Ich brauche halt 5mal so viele Übungsstunden wie die Anderen, aber irgendwann geht auch mein Knoten auf … hoffe ich zumindest.

In einem Punkt bin ich echt klüger und verständnisvoller geworden: Ich werde NIE WIEDER einen Mann kritisieren beim Tanzen (habe es ohnehin nur gedanklich gemacht, aber auch das wird mir nie wieder passieren).

1x aus der Sicht eines Mannes tanzen und führen … dann bist du dein Leben lang froh, dass du eine Frau bist 🙂

 

LEARN THE RULES LIKE A PRO.
SO YOU CAN BREAK THEM LIKE AN ARTIST.
(Pablo Picasso)

Und der berühmte Dirigent Karl Böhm hat mal gesagt hat:
TALENT IST ZU 90% HARTE ARBEIT.

 

 

Möchte mal auf ein paar Aussagen eingehen, die ich neulich gehört habe:

 

“Wenn man sich mit etwas plagt, sollte man es einfach sein lassen und Dinge tun die einem besser liegen …”

Ja, so kann man es sehen – und bei vielen Dingen würde ich da wirklich BEDINGUNGSLOS zustimmen. Die Dinge die Freude machen lernt man angeblich ohnehin von alleine, heißt es …
Aber beim Tanzen ist das für mich persönlich anders. Es ist ein lebenslanger Traum von mir. Ist ja nicht so, dass ich es gar nicht kann. Aber ich möchte es ganz genau nach Vorschrift können – “Schräg zum Raum”, “Vierteldrehung”, “Nein, da nur eine Achteldrehung”, “Kopf jetzt nach links drehen”, “die exakte Handhaltung nicht vergessen”, “nicht runterschauen”, “ja, die Schritte waren jetzt richtig, aber jetzt bitte auch ganz exakt im Takt” …. Und wenn man etwas schon mal ein bisschen kann, dann ist das Umlernen oft sehr schwer – aber sicher nicht unmöglich!

zB: Eine bestimmte Rechtsdrehung ist sich nicht und nicht ausgegangen bei mir. Ich bin nicht dort gelandet nach der Drehung, wo ich sein sollte – und ich konnte den Fehler einfach nicht finden (bisher war mir das egal, irgendwie ging es immer weiter 😀 ). Bis mir der Tanzlehrer gesagt hat, dass ich unbewusst immer einen Rückwärtschritt einbaue. OK, Konzentration … nur Vorwärtsschritte. Hat bald schon toll geklappt. Dann mit Musik, fallen lassen in die Schritte … und schon war da wieder der Rückwärtsschritt. Ich war verzweifelt, denn mir war das in dem Moment nicht bewusst. Daheim habe ich dann mal langsam und konzentriert nachstudiert, WO mein Rückwärtschritt ist. Sobald ich das erkannte, konnte ich es verändern. Jetzt kann ich es … und diese Passage tanzt sich gleich so viel leichter.
Übrigens: jetzt habe ich garde noch einmal versuchen wollen, wo dieser Rückwärtsschritt lag. – Ich finde ihn nicht mehr … ja, ich kann die Drehung noch so schnell machen, noch so unbewusst, da kommt kein Rückwärtsschritt mehr.
Yeah … ich könnte die Welt umarmen!

 

“…auch ein Mann muss seinen Tanzpart lernen, der gelegentlich anstregender sein kann.”

Ja das stimmt, und beim genauen Einstudieren seiner Schritte muss er sich auch noch darauf konzentrieren, die Frau zu führen. Was, wie alles im Leben, sicher einfach ist, wenn man es kann. Aber wenn beide lernen, dann hat ER definitiv den schwierigeren Part. Mal aus der Sicht eines Mannes zu tanzen, was ich bei jedem Tanz jetzt auch mache, ist sehr spannend … auch wenn ich glaube, ich kann die Schritte schon perfekt, wird es plötzlich wieder eine Herausforderung.
Aber Herausforderungen sind dazu da, dass man sie meistert – vorausgesetzt, dass man sie meistern WILL.

WARUM ich es trotzdem mache, auch wenn ich mich wirklich plage und gelgentlich auch “ausgedehnte Spaziergänge durchs Jammertal” mache und manchmal beinahe an mir selber verzweifle? Weil ich weiß, dass mich das Ergebnis glücklich macht!!!
Das war schon beim Fallschirmspringen auch so: Was habe ich mich da geplagt beim Erlernen der Techniken. Aber wenn man das kann, dann ist das Springen schon noch einmal um Welten anders, als wenn man sich als Tandem einfach rausstellt beim Flieger und die Strebe loslässt, nach dem Motte “runter kommen Alle” … Ich bleibe aber trotzdem nur eine “Anfängerin”, und habe bald wieder aufgehört, denn Fallschirmspringen war aus meiner Sicht ein familienfeindlicher Sport. Trotzdem möchte ich dieses Feeling nicht mehr missen in meinem Leben.
Manche Dinge mache ich und hake sie dann ab. Manche Dinge verfolge ich weiter …

 

” … besser man fokusiert sich auf die Dinge, die man besser kann, und lehnt sich einfach zurück wenn andere tanzen und geniesst ohne Neid 🙂 …”

Ein wunderbarer Gedanke. Ja, das werde ich auch weiterhin machen, denn es wird IMMER Menschen geben, die viel besser tanzen als ich es je können werde. Ich strebe nicht den Stockerlplatz im Tanzolymp an, da gebe ich großzügig den Anderen eine Chance 🙂
Obwohl, naja … es heißt ja: “Sobald man in einer Sache Meister geworden ist, sollte man in einer neuen Sache Schüler werden.” (G. Hauptmann) – Schaun ma mal. Heute ist heute und morgen ist morgen 🙂 Und der Weg zur Meisterin ist noch so lange wie von hier zum Mond.
Mein Ziel ist “der nächste Schritt”.
Ich strebe für mich an, ein paar Tänze “richtig” zu können. Habe schon oft meiner Freundin zugeschaut, wie sie mit ihrem Mann tanzt. Da ist so unglaublich viel Harmonie drinnen. Und wenn ich mit ihrem Mann oder anderen Profis aus der Tanzschule tanze, dann ist das so eine andere wohltuendere Welt gegenüber dem “Herumgehopse”, das ich sonst mache. Das zu können ist mein Ziel.
Selbst wenn ich mich noch so plagen muss. Irgendwann “geht der Knopf auf”, das weiß ich.

 

Bei manchen Dingen sehe ich es natürlich trotzdem genau so: Entweder es geht leicht, oder ich lasse es bleiben. Das sind die Dinge, die mir zwar mal interessant erscheinen, die mich neugierig gemacht haben, aber für die ich nicht mit jeder Zelle brenne.

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