Adieu Weisheitszahn

Adieu Weisheitszahn

2019-03-21 KEEP SMILING 0
Weisheitszahn


Ich hatte einen Weisheitszahn ...

Zum Glück kann ich jetzt schon sagen "ich hatte", denn endlich ist er heraußen. Der hatte sich nämlich ziemlich quer gelegt.

Ich war bei meinem Zahnarzt in Ungarn, der mir schon vor Jahren empfohlen wurde und mit dem ich bis dahin ganz zufrieden war. "Oh, schwere Operation, sehr schwer .... und so weiter und so fort .... " Ok, da war für mich klar, "das ist nicht deine Operation!"

Man will ja meistens mehrere Meinungen hören.

Habe ich "meinem" pensionierten Dentisten das Röntgenbild gezeigt: "Das ist sehr schwierig, weil es die Möglichkeit gibt, dass der Weisheitszahn in die Kieferhöhle abtaucht ... Ein Fall für die Kieferchirurgie in Linz!" Die hätte er mir sicher auch empfohlen, wenn es einfach gewesen wäre. 😉 Klar doch, aber - das war schon mal ein guter Tipp, bei dem ich mich wohl fühlte, und dort bin ich dann auch hingefahren. Auch dort hat es geheißen, dass die Gefahr besteht, dass der Weisheitszahn bei der OP in die Kieferhöhle wandert. Aber ich hatte Vertrauen, was blieb mir auch anderes übrig. Ich habe mir gedacht, hier machen sie sowas öfter als es jeder niedergelassene kleine Zahnarzt macht - wenn er sowas überhaupt machen darf. Und wahrscheinlich auch öfter und besser als in Ungarn - aber das ist jetzt eine rein subjektive Meinung, da will ich keine Unterstellungen machen. Ich habe es mir halt so eingeredet.

Ich gebe zu, ich war auf große Schmerzen eingestellt. 

Angst ist nicht der richtige Ausdruck, ich habe keine Angst vor dem Zahnarzt. Aber es war mir klar, ich werde große Schmerzen haben. Natürlich habe ich Notfall-Globuli (Bach-Blüten) genommen ... viele .... sehr viele ....

Und dann habe ich noch mein ultimatives Zaubermittel eingesetzt, das bis jetzt immer geholfen hat: 

keep smiling. Lachen als Lebensmotto. Ein Selbstversuch.

Ja, es hilft wirklich

Schon bei der Zugfahrt nach Linz habe ich mich immer wieder daran erinnert zu lächeln. Dann bin ich zu Fuß zur Klinik gegangen - ca. 30 Minuten. Gerader Rücken, Kopf hoch, lächeln. Und so habe ich es auch weiter gehandhabt.

Wenn man in die Gesichter der Anderen schaut, fällt einem erst so richtig auf, was für ein "unlustiges" Gesicht manche Menschen den ganzen Tag drauf haben. - Ist natürlich ein Klischee (aber mit einem Quentchen Wahrheit).

Lachend bin ich im Krankenhaus angekommen. 

Und ich hatte das Gefühl, dass das ganze Personal besonders freundlich zu mir war. 

Nichts desto trotz, es lag eine schwere OP vor mir ...
DDr. Latscher hat mich zum Glück vor der OP noch mal zum 3D-Röntgen geschickt, wo sich herausgestellt hat, wir müssen keine Angst haben, dass der Weisheitszahn während der OP in die Kieferhöhle verrutscht. ER WAR SCHON DORT!

Uh, das hat ihm nicht so gut gefallen ... mir ehrlich gesagt auch nicht. Aber augenblicklich habe ich mich wieder ans Lächeln erinnert. Und dann habe ich zu ihm gesagt: "Sie machen das nicht zum ersten Mal, sie schaffen das, ich vertraue Ihnen!" Das hat er wahrscheinlich auch noch nicht gehört, aber ich habe es zu 100% ehrlich.
Wenn der Patient / die Patientin nicht mitspielt, dann ist das für den besten Arzt unangenehm.

Mit diesem Gefühl und mit einem Lächeln habe ich mich auf den OP-Sessel begeben. 

Augenblicklich fing mein Herz wie wild zu pochen an. Da habe ich ein paar Mal ganz tief durchgeatmet ... und gelächelt. Und schon ist mein Herz wieder ruhig geworden.

Was soll ich sagen ... Die OP war sowas von schmerzfrei und aus meiner Sicht unkompliziert ... Ich hatte es ja mit einem absolut kompetenten Team zu tun - genau wie ich es erwartet hatte. Ich war wirklich begeistert. Zwischendurch habe ich immer mein Gesicht zu einem Lächeln verzogen. Hat eh keiner gesehen, ich war rundherum mit Tüchern abgedeckt und ganz in meiner eigenen Welt. Ich hatte zwar mitbekommen, dass da was gemacht wird, aber es war alles absolut stressfrei und für mich total schmerzfrei! 

Ein riesiges Kompliment an das Personal und den Arzt. Alle waren total relaxed. Ich habe mir wirklich zwischendurch mal gedacht, wenn der Sessel bequemer wäre, würde ich einschlafen.

Zahnziehen war ja auch am Programm gestanden, und es war letztendes eine ziemlich große Wunde. Das Nähen hat gefühlt ewig gedauert. Aber wie gesagt ... es war eh gemütlich, und schöne Musik ist auch im Hintergrund gelaufen - lauter Oldies, ganz meine Welle 🙂

Beim Blick in den Spiegel musste ich dann doch herzhaft lachen. Total verzogen, geschwollen, Blut kam aus der Nase ... Sehr makaber. War halt wirklich keine kleine Operation. Ich hätte trotzdem tanzen können vor Freude. Endlich ist das Thema Weisheitszahn abgeschlossen.


Kompliment an die Kieferchirurgie Linz,
Kompliment an DDr. Stephan Latscher und sein Team. DANKE!

https://www.kepleruniklinikum.at/%C3%BCber-uns/standorte/



Ach ja, ich bin jetzt wieder bei einer österreichischen Zahnärztin.

 


Und hier ist die Vorgeschichte zu meinem Weisheitszahn:

In jungen Jahren hatte ich einen sehr schlechten Zahn, den der Dentist (der Onkel meines Mannes) nur noch extrahieren konnte. Ich habe danach eine Brücke gebraucht, die er wirklich wunderbar gemacht hat und die auch problemlos gut 30 Jahre gehalten hat.

Leider ist die Krone irgendwann doch locker geworden und ich habe mir in Ungarn eine neue machen lassen. Kein Keramik, sondern eine teure Zirkonia - Warum eigentlich??? Die alte Keramik-Brücke hatte immerhin Jahrzehnte gehalten!!!

Etwa 3 Jahre später bekam ich heftige Schmerzen. Der letzte Zahn unter der Brücke hatte sich entzunden. Der ungarische Zahnarzt hat ein Röntgenbild gemacht und mir erklärt, was alles gemacht werden muss. Zahn raus, Weisheitszahn rausoperieren (sh oben) ...

Ich gebe es ehrlich zu, ich war schockiert. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal von der Existenz meines Weisheitszahnes Kenntnis genommen. Wie das? Hatte ich das immer verdrängt? Ich habe es wirklich nicht gewusst. Ich habe ja grundsätzlich gute Zähne, damit habe ich mich garnicht auseinander gesetzt. Wie auch immer .. ich wusste es nicht .. verrückt, ich weiß!

Ehrlich, ich war so schockiert. Ich wollte erst mal garnichts tun.

Ein paar Monate später ist mir ein Teil der Zirkonia-Brücke zerbröselt. Nein, nicht weil ich auf etwas Hartes gebissen hatte ... nein, die ist beim vorderen Zahn der Brücke einfach zerbröselt ... Ja, wirklich, ich sage es noch mal: zerbröselt. He Leute - wir reden hier von steinhartem Zirkonia (oder vielleicht doch nicht???) !!!

Ich war noch mehr schockiert. Ich hatte mir vorgenommen, im neuen Jahr fahre ich zur Kieferchirurgie und mache einen Termin. Leider hat so ein Zahn keinen Sinn für Feiertage ... am 25. Dezember musst ich zur kieferchirurgischen Notambulanz, weil ich es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe. Zum Glück haben wir da auch gleich einen Termin für die OP fixiert, sonst hätte ich es wahrscheinlich noch mal rausgezögert.

Jetzt sitze ich da mit geschwollener Backe und ein bisserl Kopfweh und einer langen Naht im Mund. Aber ich bin so glücklich. Ich kann dieses Kapitel endlich abschließen.


Warum wurde der Weisheitszahn eigentlich nicht vor der ersten Brücke entfernt? 

Angeblich war er damals schon vorhanden. Wir werden es nie wissen ... ich kann leider nicht mehr fragen.

Und ich will ihm auch gar keinen Vorwurf machen. Das was er gemacht hat, hat er so vorbildlich gemacht, da haben manche Zahnärzte gestaunt! Da hat er sich wahrscheinlich gedacht, das wird beim Wechsel der Brücke auch noch zeitig genug sein. Das Ganze ist immerhin 40 Jahre aus ... Wer weiß, was damals überhaupt möglich gewesen wäre. Und er selber hätte es ja ohnehin nicht machen dürfen - obwohl ICH ihm auch dabei blind vertraut hätte.

Keep smiling und nach vorne blicken. Das ist das Einzige was hilft und was Sinn ergibt! 🙂


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