As it is in Heaven

As it is in Heaven

2016-10-21 REISEN SRI LANKA 0

DIE heftigen Regenfälle und Gewitter der letzten Tage haben wieder nachgelassen. Das Land könnte wahrscheinlich gar nichts mehr aufnehmen. Aber wenigstens gibt es keine Wasserknappheit mehr, der August und September waren nämlich angeblich viel zu trocken, und es war schon bedenklich mit dem Wasser.
Heute war im Garten ein alter, dicker fetter Waran. Der muss schon taub und blind gewesen sein, denn da bin ich einen halben Meter daneben gestanden und habe mit Indika gesprochen, hat er noch immer ganz gemächlich sein Loch im Garten gebuddelt. Indika sagt, wenn er sich bedroht fühlt, schlägt er mit dem Schwanz aus. Das möchte ich eigentlich nicht spüren. „Mrs. Undercover“ scheinbar auch nicht. Mit leisen Schritten, der Körper maximal langgestreckt, der Bauch fast am Boden, alle Muskeln angespannt, und mit 3m Sicherheitsabstand hat sie sich an den Waran herangeschlichen. Wenn er gegangen ist, ist sie ihm nachgeschlichen. Wenn er stehen geblieben ist, ist sie stehen geblieben. Wenn er zu ihr hergeschaut und gezüngelt hat, dann hat sie sich ganz unschuldig geputzt. Aha, so geht das also. Wieder was gelernt. Werde das natürlich in Zukunft auch so machen … ☺

Heute hatte ich die allerbeste Massage überhaupt. Synchronmassage wie gehabt, aber immer nur kurz und mit angenehm warmem Öl. Also angefangen bei den Beinen, zuerst die Massage, und danach gleich mit heißen Kräuterstempeln. Besser gesagt war es in Kokosmilch gekochter Reis, mit vielen Kräutern vermischt. Die haben sie dann synchron über die Beine gestupft. Geht sehr schnell, und die Stempel kommen immer wieder zurück in den Dampfkocher zum Aufheizen, und die nächsten Stempel kommen dran. So haben sie sich auf beiden Seiten bis zum Kopf hochgearbeitet.
Die Stempel sind angenehm weich, wie ein Babypopo ☺
Es war sooooo unglaublich toll. Ich habe mich gefühlt „wie im Himmel“.

Am NM hatte ich wieder Kräuterpaste am Bauch und an den Knien. Die 2 Stunden liegen sind zwar nicht sonderlich lustig, aber es tut gut.
Danach bin ich mit Indika im Tuk-Tuk zum Kloster gefahren. Die Akupressur von gestern musste der Arzt nämlich auf heute verschieben.
Leider ist es ja nicht jenes Kloster, das ich ursprünglich dachte, das wäre echt ein Katzensprung. Aber während ich mir beim letzten Mal dachte, das schaffe ich nie … dort finde ich niemals alleine hin, und zurück schon gar nicht, denn dann ist es ja finster, und Laternen gibt es natürlich auch nicht …. habe ich mir diesmal gedacht, dass das wohl kein Problem sein kann. Habe Indika beim Zurückfahren schon den Weg ansagen können. Kunststück, hab mir ja zur Sicherheit alles genau aufgeschrieben ☺

Indika, Indika, Indika … ja, ist nun mal so. Er ist nun mal meine einzige Bezugsperson momentan. Anfang November kommt Marisa wieder, das ist seine Freundin (aus Vorarlberg). Sie bringt ihre Mutter und deren Lebensgefährten mit. Das wird sicher super. Freu mich schon drauf.
Aber ich kann nur immer wieder betonen, es ist mir noch keinen Tag langweilig geworden, ich habe es noch keinen Tag bereut, hier zu sein.

Der Song des Tages: “Gabriellas Song” aus dem wunderbaren Film “Wie im Himmel” – und zwar in Originalsprache

Und auch dieser Song gefällt mir immer wieder so gut . Eine kleine Mahnung, mit meiner Zeit sorgfältig umzugehen – was ich hier ja ganz gut im Griff habe ☺ und nun nur noch, bald auch wieder daheim angekommen, umsetzen muss – just do it: “If I only had time” von John Rowles

 

Mittlerweile bin ich wieder zurück von meinem Ausflug.
Eine Stunde hin, dann ein kurzer Termin bei Dr. Gnadenlos, der scheinbar erst aufblüht, wenn es so richtig weh tut. Weil die ersten Punkte schon nicht mehr so weht tun, hat er gleich ein paar dazu genommen. Ich könnte schreien, dass das Dorf zusammenläuft, aber nein, eher würde ich mich in die Lippen beißen. Ehrlich, es tut höllisch weh, das MUSS einfach helfen! … Dann steht man wieder auf, sagt höflich danke und geht wieder zurück.
Der Weg war wirklich kein Problem, und ich wäre auch noch gänzlich bei Tageslicht zurückgekommen, wenn … ja wenn ich nicht vor lauter Gedanken an der letzten Abzweigung einfach vorbei gelaufen wäre. Einfach weiter gegangen … Bin aber nach gut 10 Minuten doch drauf gekommen und habe wieder umgedreht. Dann hat es zwar schon leicht gedämmert, und bis ich im Hotel war, war es wirklich finster (das geht ja hier von einer Minute auf die Andere), aber das war auch kein Problem. Die kritischere Strecke habe ich bei Tageslicht geschafft, und das ist gut so.
Ich weiß auch, warum ich so in Gedanken war … denn kurz vor der letzten Abzweigung war ich endlich wieder mal ganz alleine, niemand ist mir begegnet und ich konnte mich rein auf mich konzentrieren. Durch den Ort durch grüßt dich nämlich ausnahmslos jeder Mensch, an dem du irgendwie vorbei kommst, und wenn es auch auf 200m Entfernung ist. “Hallo! Hi! How are you? Good Afternoon! Where do you go? Hi Mam! …” alle mehr oder weniger gut gelernten Floskeln knallen da im Sekundentakt auf dich herein.
Egal, ist mir alles lieber, als wenn sie unfreundlich wären und es sogar gefährlich wäre, alleine hier zu gehen!
Außerdem muss ich mit Anerkennung feststellen, egal wie die Menschen aussehen, auch wenn sie noch so “einfach” wirken mit ihren zahnlosen Mündern … Ein bisserl englisch scheinen sie alle gelernt zu haben, selbst die ganz Alten, wie ich immer wieder feststellen durfte. Alle Achtung! Von Touristen haben sie es sicher nicht gelernt, denn hier her verirrt sich kaum Jemand.

Tja, und wie mir dann mal niemand begegnet ist, war ich in Gedanken abgelenkt … irgendwie sollte das zwar umgekehrt funktionieren … lenken nicht die Menschen ab und wenn man alleine ist, kann man sich konzentrieren? Na ja, mit der Norm hatte ich es ja noch nie so ganz.
Aber ich kann in Wirklichkeit so und so nicht verloren gehen hier.
Indika hat gesagt, wenn ich mich verirren sollte, dann soll ich nur nach Indika und Hotel fragen, das kennt Jeder ab einem bestmmten Umkreis.
Gefährlich ist es also wirklich nicht.
Nicht mal die herrenlosen Hunde, die es hier in großer Zahl gibt, sind gefährlich. Ja, sie bellen schon mal ganz bedrohlich und versuchen auch, knurrend ihr Revier zu verteidigen. Aber einfach ignorieren und furchtlos weiter gehen ist immer noch die beste Methode. Irgendwann drehen sie wegen Sinnlosigkeit ganz von selber um. Hab so das Gefühl, über ihr Revier gehen sie ohnehin keinen Schritt hinaus.
Ein paar Kühe sieht man auch da und dort herumstehen, aber ganz herrenlos scheinen sie nicht zu sein, denn immerhin haben sie eine Schnur ganz locker um den Hals, auch wenn sie trotzdem nirgendwo angemacht sind.

Bin nach meinem Ausflug schnell in die Dusche, denn es war wirklich brütend heiß. Das fällt mir hier in der Hotelanlage gar nicht so auf, aber am Asphalt und zwischen den Häusern steht die Hitze. Zum Glück sind es immer nur flache bis einstöckige Häuser und viel Grün.
Inika hat mich zur Begrüßung mit meiner Medizin “verwöhnt”, seit ein Paar Tagen wieder mal eine neue, die leider an Grauslichkeit kaum zu überbieten ist… Aber hauptsache sie hilft! Eine halbe Stunde noch in den Pool, und dann hatte ich nur noch Augen für mein wunderbares Himmelbett!

Eines möchte ich noch absolut anerkennend anfügen: Wenn ich es gewohnt wäre, würde ich hier bedenkenlos kilometerweit auch am Asphalt barfuß gehen. In China habe ich nicht mal Sandalen getragen, immer nur geschlossene Schuhe, weil es leider nicht so verlockend sauber war. Hier wäre es mir kein Problem … und ich werde es sicher noch machen. Mehr als Flip Flops trägt hier ohnehin niemand, auch am Fahrrad oder am Moped nicht. Viele gehen auch auf weiten Strecken barfuß. Auch hier im Hotel laufen alle fast immer nur barfuß.