Baucherlwärmer

Baucherlwärmer

2018-10-07 KÜCHE 0
Kürbis Kürbisgulasch Baucherlwärmer

Draußen regnet es, wir sitzen am gemütlichen Bankerl vor dem Kamin, schauen den Flammen bei ihrem feurigen Spiel zu und lassen uns die kalten Füße wärmen (also eigentlich waren nur meine Füße kalt). Die Hände wärmen sich an einer Schüssel – neuerdings sagt man “Bowl” dazu – voll heißem Kürbisgulasch. Aber es wärmt nicht nur die Hände …

Es gibt für mich keinen besseren Baucherlwärmer als ein Gericht aus diesen wunderbar warm-orange-farbigen Früchten des Herbstes.

Vielleicht geht es nur mir so, aber ich denke bei diesem Bild an eine Gebärmutter. Wen wundert es da noch, dass der Kürbis nach der Signaturenlehre angeblich gut für die Fruchtbarkeit ist …

 

Herbst ohne ein leckeres Kürbisgericht

– das ist für mich mittlerweile undenkbar. Heuer war unsere Kürbisernte zwar leider nicht sehr berühmt … Keine Ahnung, woran das wohl gelegen ist. Aber zum Glück werden man ja schon fast an jeder Straßenecke die Kürbisse fein sortiert nach den diversen Sorten angeboten. Da habe ich groß eingekauft. Ich habe zwar daheim keine Großfamilie mehr, aber irgendwie kann ich es doch nicht lassen … man kann ja einfrieren, einrexen, den Kindern schenken …

 

So ein großer Cucurbita Moschata … das ergibt viele, viele kleine Würfel … Da heißt es schon mal das Messer schärfen!

Ich verkoche immer gleich den ganzen Kürbis. Mag es nicht, wenn er stückerlweise im Kühlschrank vor sich hin wartet …

 

Mein Kürbisgulasch

Ich habe Zwiebel und (nach Wunsch und Bedarf) Knoblauch angeschwitzt

Mengenangaben wirst du bei mir übrigens vergeblich suchen, ich koche meistens aus dem Bauch heraus.

Danach kommen die Kürbiswürfel in den Topf und werden mit angeschwitzt. Kürbis verträgt relativ viel Salz und einen Suppenwürfel habe ich auch darauf zerbröselt (feine Bioware natürlich), und auch noch ein paarmal die Pfeffermühle gedreht.

Jetzt könnte man mit Paprikapulver bestauben und dann rasch aufgießen – Paprika wird nämlich sonst ganz schnell bitter. Da ich aber leider keinen Paprika mehr daheim hatte, habe ich am Schluss Tomatenmark dazu gegeben.

Ja, meine Küche ist eine Improvisationsküche.

 

Habe mit viel Majoran gewürzt … und ein kleines bisserl Kreuzkümmel kam auch noch dazu – ich liebe ihn. Ach ja, auch ein Schuss Essig durfte nicht fehlen. Habe dazu den Essig von meinen eingelegten Tomaten verwendet. Das erste Glas ist ja schon wieder fast leer. Nomalerweise mache ich sie noch nicht um diese Zeit auf. Aber dieses Glas war ein altes Rexglas von meiner Mama, das sich leider beim Einkochen nicht verschlossen hat. Also durften wir gleich davon naschen. Wie praktisch, wenn auch mal was “daneben” geht.

Kartoffeln habe ich übrigens keine zum Gulasch gegeben – auch wenn man sie online in den meisten Rezepten findet. Ich finde, dass sie geschmacklich keinen Mehrwert bringen.

Aufgegossen habe ich mit Wasser bis die Würfel bedeckt waren – man kann auch ein bisschen Wein dazu geben. Ich habe großteils Ingwerwasser verwendet, denn Ingwer und Kürbis harmonieren wunderbar!

Mein Rezept fürs Ingwerwasser findest du hier

Die Würfel sind fertig, wenn sie noch ein ganz klein wenig biss”fest” sind. “Fest” ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Man muss sie auf alle Fälle noch spüren. Sie dürfen nicht matschig sein.

So … meine Mama hatte mich unterbrochen, weil sie mir einen Teil ihrer Schwammerl-Ernte (Pilze) vorbei gebracht hat.

Ein paar Steinpilze und die Butterpilze habe ich geröstet und zum Kürbis gegeben.  Habe mir halt vorgestellt, dass das doch bestens schmecken müsste – wir wurden nicht enttäuscht.

 

Ist ja das auch noch das reinste Versuchslabor, diese Küche.

 

Am Schluss habe ich nicht zu wenig von meinem selbstgemachten Tomatenmark dazu gegeben (kann auch aus der Tube sein). Ein paar Löfferl voll rein, umgerührt, die Farbe hat noch nicht gepasst, also noch mal ein Schuss dazu … So lange, bis ich mit der Farbe zufrieden war.

Mein Tomatenmark ist übrigens mehr eine Soße. Wie ich sie gemacht habe, erfährst du hier

Das Tomatenmark wirkt offensichtlich auch bindend. Wem das nicht genug ist, kann noch eine oder mehrere rohe Kartoffeln ins Gulasch reiben.

Fertig.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!