Landlust, weil´s gut tut!

Landlust, weil´s gut tut!

2013-01-31 CHINA REISEN 0

Die Großstädte werden offensichtlich immer unattraktiver:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/amerikas-landlust-vergesst-die-grossstadt-12040314.html
Ich kann ja gar nicht oft genug betonen, wie glücklich ich bin, dass ich daheim noch natürliche Wiese unter den Füßen wahrnehme und noch fast alle Nachbarn persönlich kenne.
Hier sehe ich Wolkenkratzer (natürlich die höchsten, besten, luxuriösesten, schönsten, teuersten, …..), Hochhäuser, Häuser und Straßen und es sind in jeder Stadt alle Weltkonzerne vertreten, die man sich vorstellen kann (würde ich nicht wissen wo ich gelandet bin, könnte ich stellenweise genau so gut glauben, irgendwo anders auf der Welt zu sein).
Aber um Wiese zu sehen, muss ich schon ein Weilchen unterwegs sein. Da tummelt sich dann bei Schönwetter die ganze Stadt in der künstlich angelegten Natur.

Da ja alles was in Amerika hipp ist, auch mal zu uns kommt (OK, was nicht immer ein Segen ist, aber das wäre mal eine gute Ausnahme), kann man davon ausgehen, dass die Jugend auch bei uns umdenken wird. Dabei muss ich gar nicht sagen ENDLICH, denn so zubetoniert wie sonst wo in der Welt sind unsere Großstädte zum Glück ja bei Weitem nicht.
Ich werde diese Entwicklung jetzt auf alle Fälle feiern, ich trink darauf jetzt ein gutes gepflegtes Tässchen original chinesischen Kaffee ;-( brrrrr. Ich werd es mir einfach nicht nehmen lassen, dass wir in Österreich den besten Kaffee haben – natürlich hinter den Ursprungsländern, das ist ja logisch – so viel Patriotismus muss jetzt einfach sein (oder zumindest den 2.besten, gleich nach den Italienern halt, um auch allen Espresso-PatriotInnen gerecht zu werden).

Hier in China merkt man den Stadtflucht-Trend zwar sicher noch lange nicht, aber entgegen jedem Trend zwingt hier zumindest die Gesundheit, die Großstadt immer öfter zu meiden. Habe gerade meinen geplanten Pekingbesuch wieder mal abgesagt – schön langsam geb ich die Hoffnung auf, noch mal hinzukommen. Ehrlich, ich würd so gern noch mal zum Himmelstempel fahren. Ich könnte mir diese unglaublich ruhige und friedliche Energie dort tagelang reinziehen – nur die Natur (daheim) ist schöner. Aber da bin ich wahrscheinlich eh eine Ausnahme, die wenigsten Leute können meine Begeisterung für diese Anlage nachvollziehen.

 

Das Leben spielt sich wie fast überall in den Großstädten Chinas vor allem im Park ab. Ab 6 Uhr morgens treffen sich die Leute hier zum Plaudern, Kartenspielen, Handarbeiten, Musizieren, Tanzen, Turnen …

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… oder um mit großen Pinseln und Wasser meist in alter Schrift Schriftzeichen auf den Boden zu malen. Angeblich will man damit die Vergänglichkeit des Lebens demonstrieren. Aber man kann auch immer wieder beobachten, wie heftig und lautstark darüber diskutiert wird, ob das Zeichen jetzt so oder so richtiger ist …

China_Peking_Himmelstempel_Garten_Kalligrafie_Hermi_Willi

 

 

Die Anlage ist natürlich auch ein toller Rahmen für Hochzeitsfotos – hier in einem original chinesischen roten Hochzeitskleid. Sieht man schon selten, denn es ist immer mehr und mehr besonders hipp, in einem westlichen weißen Kleid zu heiraten. Seltsam, denn weiß ist hier eigentlich die Farbe der Trauer.

China_Peking_Himmelstempel_Himmelstempel_Braut_Hermi_Willi

 

 

Ein schöner Wandelgang auf dem Weg durch den Park zu den baulichen Attraktionen der großen Himmelstempel-Anlage. Neben den vielen mächtigen Bäumen ebenfalls ein guter Schutz vor der sengenden Hitze im Sommer.

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Blick vom der kleineren Halle, die als Himmelsgewölbe bezeichnet wird, zur größten Halle, der Halle der Ernteopfer

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Das was vom Himmelsaltar übrig geblieben ist

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Halle der Ernteopfer. Fälschlicherweise als Himmelstempel bezeichtnet, aber damit ist eigentlich die ganze Anlage gemeint
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Ach, ich träume schon wieder … möchte die wunderschönen Sights von Peking so gerne ncoh mal sehen!

Weil ich Peking aber gerade nicht sehen kann (ich hasse diesen Smog) , hab ich halt wieder mal Shanghai besucht – langsam kenn ich wirklich jeden Winkel dort.
Die Luft ist nicht gerade klar, da muss man gar nicht erst in die Straße kommen, wo gerade wieder fleißig gebaut wird und nebenbei ein altes Haus aberissen wird.

 

 

Wie wir im Frühjahr am JinMaoTower ganz oben waren, haben wir noch auf den ShanghaiTower runtergeschaut, und jetzt überragt er schon bald den Flaschenöffner. Aber was hat mann eigentlich von den Wolkenkratzern, wenn es smogbedingt so oft gar keine Aussicht gibt?

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Ja warum schaun die Autos denn so fürchterlich aus?
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Ach so, weil da ein Haus abgerissen wird, alles klar! Aber egal ob Smog, “normaler” Verkehrsschmutz oder Hausstaub – Hauptsache die Wäsche wird trocken!
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Auch in Changshu haben wir Smog, also keine Aussicht, aber dafür umso mehr Lärm, Tag und Nacht – es ist ja bald Chinese New Year, und das wird jetzt schon entsprechend lautstark erwartet.
Das kann ja akkustisch, verkehrstechnisch aber auch smogmäßig noch heiter werden, da es nämlich ein Familienfest ist, sind da Millionen Menschen unterwegs nach Hause zu ihren Familien.

Ich freu mich schon so, wenn ich am 8. März endlich wieder echte Natur unter den Füßen habe.
Aber so lange muss ich halt schon noch versuchen, das beste aus meinem Leben hier zu machen und mich immer wieder bemühen, das Positive, was es durchaus auch gibt, wahrzunehmen

 

Ab 10 Februar haben wir in China das Jahr der Schlange bzw. geht das Jahr des Drachens am 9. Februar zu Ende. Was das hier sein soll, weiß ich ehrlich nicht. Aber es sollte eine Schlange sein, auch wenn´s wie ein Drache ausschaut. Vielleicht haben sie einfach die Vorlage vom letzten Jahr wieder hergenommen 🙂 Vielleicht ist es ja gar das Ungeheuer von Loch Ness, schließlich haben wir ja heuer das Jahr der Wasser-Schlange.

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