LUIGI COLANI – Designer (aus) der Zukunft

LUIGI COLANI – Designer (aus) der Zukunft

Blog_Banner_Colani GT Wolfgang Simlinger
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Extravagant war er. Genial und vielseitig war er. Frech war er auch. Jetzt ist er tot ...

.... gestorben, noch bevor seine genial-futuristischen Designs überhaupt zeitgemäß wurden. 

Luigi Colani, das verbale Enfant Terrible der Designerszene ist am 16. September 2019 in Karlsruhe seiner schweren Krankheit erlegen. Zurück bleiben unzählige Produkte, die unverkennbar seine Handschrift tragen: Elitär, futuristisch und konsequent biomorph, denn die Natur war sein größtes Vorbild. Während die restliche Welt die Quadratur des Kreises anzustreben scheint, war für ihn die Rundung die einzig gültige Vorgabe.

Sein künstlerisches Vorbild, wie er selbst erklärte, war Antonio Gaudi. "Gaudi ist mehr als ich .." wurde der alternde Colani in einem Zeit-Interview zitiert. Nur um gleich nachzuhaken: "Gaudi bin ich selbst ... und alle anderen sollen das Maul halten." Damit war auch schon alles gesagt, was er über Konkurrenten zu sagen hatte. 


Un-Fassbar

Um die Produkte des unbequemen Ausnahmekünstlers zu verstehen, muss man die ausgetretenen Pfade verlassen und mutig genug sein für das Unmögliche, das Außergewöhnliche, das Unvorstellbare. Verstehen wird man ihn auch dann kaum, zu futuristisch sind seine Produkte.

Da hilft nur, den Verstand ausschalten und genießen. Anschauen und mit den Fingern drüber streichen bis man ekstatische Gefühle bekommt - dann stellt sich nie wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit seines Designs. 


Wegen Sinnlosigkeit abgebrochen

Luigi Colani studierte Aerodynamik und Ultraleichtbau an der École Polytechnique in Paris. Hier konnte er noch was lernen. Das Studium der Bildhauerei und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin hat er hingegen wegen Sinnlosigkeit abgebrochen: Sein Professor konnte ihm nichts mehr beibringen. Das hatte er alles schon in frühester Kindheit von seinen ebenso begabten Eltern gelernt.


Colani war viel 

Aber den gebürtigen Italiener, wie man seinem Namen nach vermuten könnte, findet man nicht in seiner Biografie. Sein in der italienischen Schweiz aufgewachsener Vater war irakischer Abstammung. Von da her hatte er also die Liebe zu Ornamenten und Arabesken in seinen Entwürfen - wie er selber nach einem Besuch im Irak feststellte. Seine Mutter war Polin. Das künstlerische Talent haben der Filmarchitekt und die Souffleuse (bei Max Reinhardt) ihrem am 1. August 1928 in Berlin als Lutz Colani geborenen Sohn in die Wiege gelegt, und vom Kleinkindalter an auch ausgiebig gefördert.


Hat ihn der Westen nicht verstanden?

Man könnte vermuten, im Westen wurde er nicht verstanden - Wobei er die Menschen sicher mit seinem verbalen Rundumschlag oft negativer getroffen hat als er eigentlich positiv mit seinen Entwürfen treffen wollte. Auch das wurde ihm in späteren Jahren bewusst. 


Im Osten wird er auf Händen getragen

In Japan und in China, im Land des Feng Shui und der runden Formen, wurde seine Kunst auf Anhieb verstanden. 

Aber: Obwohl er in in Shanghai nach eigener Aussage wie ein Gott verehrt wurde - oder spiegelt seine Sichtweise nur sein egozentrisches Weltbild wieder? - wurde auch dort sein Traum von der Eco-City nicht verwirklicht. Dabei ist nicht bekannt, ob er damit an die Grenze des Machbaren oder des Finanzierbaren gestoßen war.  

Immerhin, eine Gefährtin für den Rest seines Lebens konnte er finden im fernen China, noch bevor er wieder zurück in seine Heimat kam.


Von der Raumfahrt bis zum Kugelschreiber, kein Thema war zu groß, keines zu klein

Es gibt kaum ein Objekt, das Luigi Colani nicht entworfen hat. Kaum Eines aber ging je in Serie, zu aufwendig war meist die Umsetzung seiner elitären futuristischen Formen. Er war seiner Zeit zu viele Schritte voraus. 

Heute im Zeitalter der 3-D-Drucker könnte man viele seiner Entwürfe einfacher verwirklichen. Aber selbst heute ist sein Design noch nicht State of the Art. 

Oder vielleicht "nicht mehr", wie er selbst vermutet hatte? Dem kann man entgegen halten, dass das Aerodynamische, das Biomorphe nie out sein kann, weil es eben evolutionär ist.

Colani wird in seinen Formen ewig leben - über die Materialien wird man diskutieren müssen. Dabei wird uns die Forschung und Entwicklung entgegen kommen.


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Sein für Villeroy & Boch entworfenes Geschirr, Vorhänge, Teppiche und die ergonomisch geformte Küchen- und Sanitär-Keramik fand großen Anklang in modernen Wohnungen.

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Autos waren seine große Leidenschaft. 

Aber auch die Fliegerei lag im Zentrum seines Schaffens. "Er hatte am Design der Cessna 177 Cardinal gearbeitet - die schönste und komfortabelste unter ihren kleineren und grösseren Schwestern, von der 150 bis zur 210. Unverkennbar ihre Züge und ihr aerodynamischer Charakter ...", (Dietmar Braunstingl). Leidenschaftliche Piloten können nicht irren!


Ego-Zentrisch bis ins Privatleben

Erst in späten Jahren hat er wahrgenommen, dass es außerhalb seines Egos noch andere Menschen gab, die zu ihm gehörten. Aber da war es schon zu spät, einen intensiven Kontakt zu seinen beiden Söhnen herzustellen. Sie waren längst selber erwachsen und brauchten ihn nicht - nicht mehr.


Das reicht für die Ewigkeit

Angeblich gibt es gut 4000 Entwürfe aus seiner Feder, von denen es die Mehrheit noch nicht mal bis zum Prototyp geschafft hat. Es bleibt also die Hoffnung, dass noch viele Dekaden Luigi Colani vor uns liegen. 


Elisabeth_20190713

Jg. 59, Vollblut-Frau, Genießerin, Partnerin, Mutter, Oma, ... Ich bin ein Naturkind,  Medizinisch technische Fachkraft, Feng-Shu-Beraterin ... und begeisterte  Hobby-Philosophin ​



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