Shirodhara und Shirovasthi

Shirodhara und Shirovasthi

2016-10-16 REISEN SRI LANKA 0

DIESE Woche hatte ich von Montag bis Samstag Shirodhara, den wunderbaren Stirnguss, der so unbeschreiblich gut tut. Aber leider immer am VM, so dass ich den ganzen Tag dann meine “Last Fashion Cap” tragen muss, damit das Öl auch wirklich einziehen kann.
Da mir The Doctor für diese Woche das abendliche Schwimmen verboten hat, komme ich nur am Morgen dazu, und manchmal vlt noch zwischen Frühstück und Shirodhara. Aber da wird es schon stressig.

 

Alles bereit für den Stirnguss
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Das hat man dann davon …
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Manchmal war ich unbeschreiblich müde und bin sofort eingeschlafen, manchmal schien alles plötzlich so klar … Da habe ich mir dann die Finger müde geschrieben in meinem Tagebuch.

 

Es gibt ihn also doch, den heftigen Regen auf Sri Lanka. Bis jetzt waren die Regengüsse ja in Minuten stoppbar. Aber nun hat es mal die ganze Nacht geregnet, und zwar in Strömen.
Da müsste also der große Waran wieder im Garten sein. Den ganz großen meine ich, den Wasserwaran, gut 1,5m lang und gelbgrünbraun. Indika hat ihn gestern am Pool gesehen und ist raufgekommen, um ihn mir zu zeigen. Aber ich habe tief und fest geschlafen, da wollte er mich nicht wecken.

Also zum Schwimmen in aller Frühe wollte ich heute nicht gehen. Es macht mir zwar gar nichts aus, im Regen zu schwimmen. Aber bei einem so langen Regenguss und heftigen Wind ist der Pool sicher sehr schmutzig, da lasse ich zuerst mal Indika drüber.
So dachte ich zumindest. Als ich runter kam, war der Pool blitzblank, nur ein paar Blätter lagen am Boden … wie immer halt, bevor er ihn jeden Tag vor dem Frühstück sehr penibel reinigt. Das dauert fast eine Stunde, aber nachher ist der Pool wirklich wie frisch eingelassen. Indika war heute schon sehr früh am Wasser, schauen ob eh keine Schildkröten zum Baden gekommen sind. Die fischt er gleich raus, denn das Chlor ist sicher nicht gut für sie.

Gestern habe ich beim morgendlichen Schwimmen zum ersten Mal den Orion in seiner vollen Größe gesehen … „mit Alles und ein bisserl scharf“. Also mit Pfeil und Bogen (nehme ich mal an, dass das ein Bogen sein soll, denn so einen langen Arm wird er wohl nicht haben). Aber Moment mal, Pfeil und Bogen? Der hat doch unter der Gürtellinie sein Schwert … sollte das vlt gar kein Schwert sein, sondern … Das wäre ja wieder mal typisch Mann: Hebt sein bestes Stück in den Himmel, und beleuchtet es auch noch!
Aber nein, die Lage passt dann doch nicht ganz (über diverse andere Parameter will ich erst gar nicht diskutieren). Es wird wohl doch ein Schwert sein. Hat er halt Beides. Er muss ja schließlich auch den Skorpion erlegen … den er aber so und so nie zu Gesicht bekommt, denn wenn der am Himmel erscheint, geht der Orion natürlich unter. Aber man kann ja mal den Starken vorgeben. Oh Mann!

 

Heute habe ich Shirovasthi. Dazu hat Indika gestern einen Berg Kräuter teils im Garten gesammelt, teils vom Arzt geholt. Und dreierlei Pulver kommt auch dazu. Das wurde gestern am Abend mit Kuhmilch vermischt und in einem Tontopf auf offenem Feuer eingekocht.

 

… ein Berg voll Kräuter, Limetten und Zwieberln
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… und so schaut es nach dem Kochen aus
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Die Paste bekam ich um 7:00 Uhr am Morgen auf den Kopf. Und damit sie mir nicht runter fällt, bekam ich zuerst einen „Hut“ auf den Kopf. Nein – kein „Aluhut“, wie ihr vlt vermutet.
Eher ein offener Zylinder. Im Internet habe ich gefunden, dass sie dazu Leder verwenden.

 

Ich habe aber keinen Lederhut bekommen, nein, ich bekam einen Hut aus einem Bananenblatt, das sich übrigens auch wie Leder anfühlt. Echt cool, so liebe ich es. Nehmen, was die Natur hergibt.
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Dschungelkönigin
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*
Der Meister bei der Arbeit
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Dann wird alles schön zusammengeklappt, ein Tuch darüber gewickelt und so darf es einwirken.

 

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Die Kuhmilch tut das ihre … Mein Kopf wird umschwirrt von hunderten Fliegen ☺

Morgen und übermorgen gibt es das Gleiche noch mal. Es gibt auch noch eine Variante mit Öl, die machen wir aber nicht.

 

Jetzt kenne ich endlich das Geheimnis von Nofretete … sie hatte einfach zu viel Shirovasthi ☺
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Das Highligth des Tages kommt aber erst: um 11:00 habe ich Synchronmassage. Yeah!

Vertreibe mir gerade die Zeit bis dort hin mit dem leidvollen Ausmisten meiner vielen Fotos. Habe schon vor Tagen damit begonnen, weil … ja, weil ich wieder mal nicht genügend freien Speicherplatz habe. Das ist vlt eine Herausforderung, unglaublich. Bei Landschaften geht es ja noch, aber Kinder und Enkelkinder! 1000e Fotos, und eines süßer als das Andere … und dann soll man freiwillig was hergeben, nur weil der Platz nicht ausreicht. Die Alternative wäre natürlich ein neuer Computer, mit 20mal so viel Speicherplatz.
Keine Sorge … es war ja nur ein Traum … ich sortiere schon wieder weiter. 🙂

Am Donnerstag war The Doctor wieder da. Mein Blutdruck ist jedes Mal ganz gleich. Es kommt ihm aber nicht komisch vor … hatte schon leicht den Verdacht, das muss an seinem “hypermodernen” Gerät liegen.
Nachdem wir schon 4 mal Shirodhara hatten, hatte er es noch 2mal verordnet. Macht nichts, war eh ein wunderschönes und wohltuendes Erlebnis.
Außerdem hat er Akupunktur gemacht. Ein Punkt am Kopf, und 2 an den Beinen. Ich würde ganz sicher nie laut jammern beim Arzt, auch nicht beim Zahnarzt, hab ich schon als Kind nicht gemacht. Aber … ich war ganz nahe dran. Dr. Gnadenlos wäre ein passender Name für ihn.
Das habe ich nun jeden Montag, Mittwoch und Freitag. 3 Wochen lang. Dann macht er neue Punkte dazu. Dazu kommt er aber nicht her, sondern ich muss rauf ins Kloster, wo er jeden Tag ein paar Stunden seine Ordi hat. Und ein paar Stunden hat er sie auch in der Stadt.
Indika wollte mir ein Taxi organisieren. Aber ich kann mich ja erinnern, dass wir bei der Ankunft bei diesem Kloster vorbei gefahren sind. Das kann ich auch zu Fuß erreichen. So komme ich auch mal ein bisserl raus.
Obwohl, wenn es nicht sein müsste, ich habe gar kein dringendes Bedürfnis hier weg zu gehen. Für einen Lagerkoller fehlen noch ein paar Monate. Es gibt so viel zu sehen hier. Jeden Tag entdecke ich etwas Neues. Jeden Tag ist die Stimmung anders, besonders wenn es geregnet hat, strahlen nachher alle Blüten in einem ganz besonders warmen Farbton. Den Tieren könnte ich ohnehin stundenlang zusehen. Mein aktueller Topfavorit ist der mittelgroße Waran (den ganz großen kenne ich ja noch nicht). Der strahlt eine Ruhe und Gelassenheit aus, da könnte ich sofort wegschlafen.

Mein Freund
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