Wet Wet Wet

Wet Wet Wet

2016-11-16 REISEN SRI LANKA 0

ES wird zunehmend schwieriger, am Blog zu schreiben, oder gar Bilder hochzuladen, weil mein Laptop dauernd abstürzt.

Wenn ich Glück habe, schaltet er sich gleich wieder selber ein.

Wenn ich weniger Glück habe, dann muss ich erst ein Weilchen fönen, bevor ich ihn wieder starten kann.

Wenn ich noch weniger Glück habe, dann bin ich wieder mal tage- und nächtelang ohne Computer …

Jedes Mal aufs Neue gewöhnungsbedürftig … aber auch nicht mehr so schlimm, denn die meiste Zeit bin ich ohnehin beschäftig damit, meine Kleidungsstücke und Taschen und alles was ich halt habe, vor Schimmel zu schützen.

„Wet“ ist zwar ein bisserl übertrieben, das bin höchstens ich, wenn ich im Pool Längen mache oder mich wieder mal genussvoll in den Regen rausstelle (manchmal regnet es nämlich auch ohne Donner und Blitz), aber so richtig spürbar feucht ist wirklich alles hier.
Ich stehe kaum mal in der Dusche, ohne dass ich nicht auch gleich ein paar Kleidungsstücke mitdusche und einseife und spüle, und spüle … Das geht in der Dusche leichter, das Waschbecken ist ein bisserl zu klein. Außerdem rinnt alles Wasser daneben, wenn man ein Becken voll Wasser auslassen will, denn der Abfluss-Schlauch ist nur in das Abflussknie eingehängt. Da ich ohnehin ein paar Mal am Tag dusche, wird auf diese Weise die ganze Wäsche rotierend gewaschen. Leider riecht es trotzdem schon ein bisserl wie schimmliges Brot im Schrank. Hab fast nichts mehr drinnen, alles ist irgendwo – am Tag draußen, am Abend drinnen – aufgehängt. Marisa muss mir den Schrank beim nächsten Reinigen mal gründlich auswischen.

Wenn ich das nächste Mal herkomme, muss ich vorher jedes Kleidungsstück extra vakuumieren, und dann wirklich nur aufmachen, was ich dringend brauche.
Aber – ein nächstes Mal wird es hier leider so und so nicht geben, denn Indika und Marisa sind seit Kurzem geschieden (es gibt eine 4monatige Bedenkzeit, also offiziell ist die Scheidung erst Anfang März) und werden sicher im nächstens Jahr das Hotel verkaufen.
Marisa hat das Paradies schon gründlich satt … was ich gar nicht nachvollziehen kann. Aber sie hat halt schon viel erlebt, was man als Tourist nie erleben kann … und ich habe auch schon meine Erlebnisse hinter mir, das hat schon in Wien angefangen ☺.

Na ja, ich konzentriere mich besser auf mein tägliches Programm, und da gibt es jetzt die Massage. Oder, besser gesagt gibt es gerade für 4 Tage eine „Ganzkörpermaske“. Dazu hat sich Indika Termitenerde besorgt (zum Glück ohne Termiten), fein gesiebt und dann mit frischer Kuhmilch zu einer Paste verkocht. Das bekomme ich auf den ganzen Körper aufgetragen und dann muss ich mich raus auf die Liege legen. Gestern hat mich Indika in die pralle Sonne gestellt. Nach 10 min musste ich flüchten. Die Paste ist wunderbar getrocknet, aber darunter hat es höllisch gebrannt, als würde ich am Grill liegen. Habe mich dabei erinnert, dass man auch backfertige Hühnchen in so eine Erdepaste einwickelt und nach Stunden ist das Brathuhn fertig (ja, ok, man legt es natürlich in ein heruntergebranntes Feuerloch und deckt das Ganze mit Erde zu, also ganz so gefährlich war es dann doch nicht ☺ ).
Irgendwann musste ich einfach aufstehen und die Liege in den Schatten stellen. Am Abend habe ich gesehen, dass ich einen punktuellen Sonnenbrand habe, dort wo die trockene Erde abgebröckelt ist und die Haut frei lag. Heute habe ich darauf bestanden, dass ich gleich im Schatten liege.

Dabei hat Indika mich heute „gelobt“, weil ich schon so eine schöne Farbe habe, und hat auch gleich seinen Arm an meinen gehalten … jaaaa, fast gleich … So „schnell“ wie ich Farbe bekomme, muss ich nur noch ca. 10 Jahre hier bleiben und den ganzen Tag in der Sonne liegen, dann bin ich wirklich annähernd wie er.

Ich bin den ganzen Tag müde. Aber wenn ich da so meine 2 Stunden auf der Liege liegen muss, da kann ich keine einzige Minute schlafen. Was es da alles zu sehen gibt … Am meisten genieße ich es aber, wenn der Seeadler gemächlich seine Runden dreht direkt über mir.

Die Kuhmilch hat so frisch gerochen, da konnte ich die Kuh direkt vor mir stehen sehen. Das erinnert mich an die Zeit, als wir in meiner Kindheit mal für ein Jahr auf einem Bauernhof auf der Ennsleite gewohnt haben. Ich war so gerne im Kuhstall … auch bei den Schweinen und Hühnern natürlich, überhaupt wenn es Junge gab. Aber die Kühe waren was Besonderes. Und wenn die Lini (Tochter des Hauses) gemolken hat, bin ich daneben gesessen, weil die frische Milch so gut gerochen hat … Die erste Milch haben immer die Katzen bekommen, dann ging sie zur Sache, und im Nu war der Eimer voll (und gelegentlich hat sie mir auch in den Mund reingespritzt). Das Melken hat so einfach ausgeschaut, aber irgendwas muss ich falsch gemacht haben, mir ist das nie wirklich gelungen, so oft mich Lini auch probieren lassen hat. Dabei war ich schon soooo stark, schließlich war ich schon 4 Jahre alt! ☺

Bevor ich aber zur Körperbehandlung ging, ist mir der Laptop wieder abgestürzt und hat sich auch nach diversen Fönversuchen nicht einschalten lassen. Hab ich ihn halt in ein Handtuch eingewickelt, das leider auch nicht ganz trocken war, aber trockener als der Laptop, und habe die Notfalltropfen draufgelegt ☺. Das ist schon ein Ritual … absolut lächerlich, ich weiß, aber gegen solche Gewohnheiten kann man so schlecht ankämpfen ☺.

Es hat geholfen, er geht wieder, ist in den letzten 20 min auch nur 2mal abgestürzt und hat sich selber wieder eingeschaltet.
Wenn er dann endlich wieder funktioniert, dann kann ich kaum einen Satz fertig schreiben, ohne gleich wieder mit strg/s zu sichern, weil ich schon die Panik im Hinterkopf habe, dass ich meinen Gedanken freien Lauf lasse, und dann stürzt mir alles zusammen und ist unwiderruflich weg.

Heute fahre ich wieder zu Dr. Gnadenlos. Am Montag ist es ausgefallen, weil Vollmond war. Das ist hier jeden Monat ein Feiertag und in allen Klöstern geht es entsprechend feierlich her … mit Singsang den ganzen Tag und sogar die Glocken werden geläutet – die hört man sonst wirklich nie.